Visum zur Erwerbstätigkeit

Als Chinese/in sind Sie weder Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union noch des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz. Wenn Sie dauerhaft in Deutschland bleiben möchten, benötigen Sie dazu eine Erlaubnis, den sogenannten Aufenthaltstitel. Grundsatz: der Zweck des von Ihnen beabsichtigten Aufenthaltstitel und Ihre fachliche Qualifikation bestimmen welcher Aufenthaltstitel für Sie konkret in Frage kommt. Das Visum erstellt keinen Aufenthaltstitel dar. Es berechtigt lediglich zur zweckgebundenen Einreise. Danach muss das Visum in einen Aufenthaltstitel umgewandelt werden, der die Erwerbstätigkeit gestattet.

Ein Visum müssen Sie noch in China bei der deutschen Auslandsvertretung beantragen, in deren Amtsbezirk Sie leben. Wenden Sie an die folgende Generalkonsulate der Bundesrepublik Deutschland Ihres Wohnortes:

http://www.peking.diplo.de

http://www.chengdu.diplo.de

http://www.kanton.diplo.de

http://www.shanghai.diplo.de

http://www.shenyang.diplo.de

http://www.hongkong.diplo.de

Für einen längeren Aufenthalt in Deutschland gibt es 4 verschiedene Aufenthaltstitel:

1. Aufenthaltserlaubnis (befristet)

2. Blaue Karte EU (befristet)

3. Niederlassungserlaubnis (unbefristet)

4. Erlaubnis zum Dauerhaft-EU (unbefristet)

  

Aufenthalts- und Arbeitsrecht

1. Arbeitszeit: Eine volle Arbeitsstelle umfasst in Deutschland etwa 40 Stunden pro Woche, gesetzlich ist die maximale Arbeitszeit pro Woche auf 48 Stunden im Durchschnitt begrenzt. Teilzeit ist auch möglich. Bei manchen Berufen ( Bsp.: im Gesundheitswesen oder in der Gastronomie) darf man auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten.

2. Urlaub: Wer fünf Tage pro Woche arbeitet, hat einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 20 Arbeitstage Urlaub im Jahr.

3. Krankheit: Wenn Sie krank sind, zahlt Ihr Arbeitgeber sechs Wochen lang Ihr volles Gehalt. Sind Sie länger als sechs Wochen krank und gesetzlich versichert, bezahlt Ihre Krankenkasse 70 Prozent Ihres Lohnes. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Arbeitgeber sofort melden, wenn Sie krank sind. Sollten Sie länger als drei Tage krank sein, müssen Sie spätestens am vierten Tag eine Bescheinigung vom Arzt (Attest) bei Ihrem Arbeitgeber einreichen. Welche Krankheit Sie haben, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nicht sagen. Diese Information unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht und steht deshalb auch nicht auf dem Attest, das Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bekommen.

4. Kündigungsschutz: Die Höhe der Abfindung beträgt 0,5 Monatsverdienste für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Einen besonderen Kündigungsschutz genießen zum Beispiel Betriebsratsmitglieder, Schwangere und Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung, Arbeitnehmer in der Elternzeit und schwerbehinderte Menschen.

 

Deutsch lernen

Nachdem Sie Ihren Aufenthaltstitel erhalten haben, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs um Deutsch zu lernen. Mit dem Integrationskurs unterstützt Sie der deutsche Staat beim Deutsch lernen. Der Sprachkurs umfasst 600, in manchen Fällen 900 Stunden. Am Ende des Sprachkurses und des Orientierungskurses müssen Sie jeweils eine Prüfung ablegen. Wenn Sie beide Prüfungen bestehen, erhalten Sie das „Zertifikat Integrationskurs“. Das „Zertifikat Integrationskurs“ kann bei der Arbeitssuche sehr nützlich sein.

Um Arbeit zu finden und erfolgreich im Beruf zu sein, sind gute Deutschkenntnisse wichtig. Es gibt daher spezielle Kurse, in denen Sie berufsbezogene Sprachförderung erhalten können. Die Kurse verbinden Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und die Möglichkeit, einen Beruf durch ein Praktikum näher kennenzulernen. Der Kurs kann einschließlich Deutschunterricht, Qualifizierungsmodul und Praktikum bis zu 730 Unterrichtseinheiten (6 Monate bzw. 12 Monate bei Teilzeitkursen) umfassen. Zum Abschluss des Kurses bekommen Sie eine Teilnahmebestätigung. Diese kann Ihnen auf Ihrem weiteren beruflichen Weg sehr nützlich sein.

 

Jobsuche

Checkliste der Arbeitsuche im Internet:

www.arbeitsagentur.de

www.planet-beruf.de

www.ba-auslands

www.stepstone.de

www.jobrapido.de

www.monster.de

www.bewerbungsdschungel.com

 

Berufsleben

Berufliche Weiterbildung ist in Deutschland sehr wichtig. Für viele Berufe ist es notwendig, nach der Ausbildung weitere Qualifikationen zu erwerben. Es gibt verschiedene Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen:

1. Kurse und Seminare

2. Umschulungsprogramme

3. Studium (Fernstudium, virtuelles Studium)

4. E-Learning

 

mitreisende Familienangehörige

Ausländische Ehepartner, die weder die Staatsangehörigkeit eines Staates der Europäischen Union besitzen noch mit einem Unionsbürger verheiratet sind und bei ihrem in Deutschland lebenden Ehepartner auf Dauer bleiben wollen, müssen grundsätzlich bereits vor der Einreise nachweisen, dass sie zumindest über einfache Deutschkenntnisse verfügen. Die Verpflichtung zum Sprachnachweis beim Visumantrag besteht unabhängig davon, ob der in Deutschland lebende Ehepartner die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Die Deutschkenntnisse sollen es dem nachziehenden Ehepartner leichter machen, von Anfang an am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilnehmen zu können.

Ausnahmen gelten unter anderem:

1. wenn der bereits in Deutschland lebende ausländische Ehepartner als Hoch qualifizierter oder Forscher tätig ist und die Ehe bereits vor dessen Einreise nach Deutschland bestanden hat

2. wenn der bereits in Deutschland lebende Ehepartner Inhaber einer Blauen Karte EU ist

3. wenn der in Deutschland lebende Ehepartner auch für einen länger fristigen Aufenthalt visumfrei in das Bundesgebiet einreisen und sich darin aufhalten darf

4. bei erkennbar geringem Integrationsbedarf (in der Regel, wenn der nachziehende Ehepartner einen Hochschulabschluss besitzt)

5. für Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht Deutsch lernen können

 

Blaue Karte EU

Die Blaue Karte EU ist ein befristeter Aufenthaltstitel, der für die Dauer des Arbeitsvertrages zuzüglich 3 Monate, höchstens aber für 4 Jahre,ausgestellt wird. Bei Vorliegen der Voraussetzungen ist eine Verlängerung möglich.

Voraussetzungen, um eine Blaue Karte zu erhalten:

1. Abgeschlossenes Hochschulstudium. Mit Ihrem chinesischen Abschluss müssen Sie Ihren Abschluss entweder anerkennen oder der Abschluss sollte mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein.

2. Arbeitsvertrag oder verbindliches Arbeitsplatzangebot

3. Jährliches Bruttomindestgehalt von mindestens 49,600 € bzw. 38,688 € bei Mangelberufen (Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte) im Jahr 2016 

Vorteil der Blauen Karte EU:

1. Schneller zur Niederlassungserlaubnis: falls der Inhaber der Blauen Karte EU über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (Niveau B1) verfügt, kann er bereits nach 21 Monaten eine Niederlassungserlaubnis beantragen.

2. Erleichterung für Familiennachzugs: Ehegatten haben einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, auch wenn sie keine Kenntnisse der deutschen Sprache vorweisen können.

3. Mobilität innerhalb und außerhalb der EU: Aufenthalt in allen EU-Mitgliedstaaten bis zu 90 Tagen ohne Visum; Inhaber der Blauen Karte EU können bis zu 12 auseinanderfolgende Monate in Nicht-EU-Ausland aufhalten, ohne dass der Aufenthaltstitel erlischt. Auch Ihre Familienangehörigen können ohne ein Visum nach Deutschland einreisen.

Ranking der Top 5 der Blaue-Karte-Inhaber:

1. Indien

2. Russland

3. Ukraine

4. US-Amerika

5. China

 

das Projekt PUMA in Baden-Württemberg (PDF Datei)

 

Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“

Am 01.12.14 hat die neue Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ gestartet. Internationale Fachkräfte können Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Zuwanderung und Integration erhalten. Die Hotline bietet die Beratung auf Deutsch und Englisch an.

Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland: +49 30 18151111 

 

 

Über uns

Unser Büro hat den Auftrag, die deutsche Wirtschaft im Rahmen der Tätigkeit eines Auslandshandelskammer-Büros (AHK-Büro) in China zu vertreten und zu unterstützen. Zu unserem AHK Büro gehören das Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft Shanghai (AHK), German Industry & Commerce (Taicang) Co. Ltd. & Shanghai Branch (GIC) und die Deutsche Handelskammer in China Shanghai. Das Delegiertenbüro Shanghai, GIC Shanghai und die Deutsche Handelskammer in China gehen im Sinne der deutschen Außenwirtschaftsförderung gemeinsam und abgestimmt vor.

Unsere Adresse

German Industry & Commerce Greater China

29/F Gopher Center | No. 757 Mengzi Road 200023

Huangpu District | Shanghai 200023 | P.R. China

 

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